Lieber Interessent, Suchender oder Bruder, …
Es gibt Worte, die mehr sind als ein Name. Sie gleichen einem Wegzeichen am Rand eines Pfades, das auf eine Richtung weist, die jeder Wanderer letztlich selbst entdecken muss. „Ad Fontes“ – zu den Quellen.
Diese Worte entstammen dem Geist des Humanismus und sind untrennbar mit Erasmus von Rotterdam verbunden. Sein Ruf war eine Einladung, sich nicht mit dem Vorgefundenen zufrieden zu geben, nicht von den Antworten anderer zu leben, sondern selbst den Weg zu den Ursprüngen zu suchen – zu den Quellen des Wissens, der Erkenntnis und der Wahrheit.
Für meine Brüder und mich besitzt dieser Gedanke eine besondere Bedeutung. Auch unsere Arbeit beginnt dort, wo die Gewissheit endet und die Frage ihren Anfang nimmt. Wer den Weg nach Innen beschreitet, begegnet nicht fertigen Wahrheiten, sondern Aufgaben. Er lernt, Gewohntes zu prüfen, Vorurteile abzulegen und Schritt für Schritt zu sich selbst vorzudringen. Die Rückkehr zu den Quellen verstehen wir deshalb nicht als Sehnsucht nach vergangenen Zeiten, sondern als lebendige Hinwendung zu dem, was den Menschen trägt: Bildung, Verantwortung, Gewissen und Menschlichkeit.
„Ad Fontes“ ist für uns Name und Auftrag zugleich. Es ist die Erinnerung daran, dass jede Erkenntnis ihren Ursprung hat und dass jeder Mensch berufen ist, seine eigene Quelle zu suchen.
In einer Zeit, die von Hast erfüllt ist und in der unzählige Stimmen um Aufmerksamkeit werben, erscheint die Stille oft als etwas Fremdes. Doch gerade in dieser Stille beginnt jene Arbeit, die uns Freimaurern am Herzen liegt. Wir suchen nicht das Flüchtige, sondern das Bleibende. Nicht den Lärm, sondern den Sinn. Nicht das, was trennt, sondern das, was Menschen miteinander verbindet.
Unsere junge Bauhütte arbeitet unter der Obödienz der Großloge „Zu den Drei Weltkugeln“, der ältesten Großloge Deutschlands. Ihre Wurzeln reichen zurück bis in das Jahr 1740, als unter König Friedrich II. von Preußen die erste deutsche Großloge gegründet wurde. Aus dieser ehrwürdigen Tradition erwächst für uns nicht nur Verbundenheit, sondern auch Verantwortung. Denn jede Überlieferung bleibt nur lebendig, wenn sie von Menschen getragen wird, die ihren Geist verstehen und weitergeben.
Als erste Johannis Freimaurerloge unter dem Dach der „Drei Weltkugeln“ im süddeutschen Raum, die nicht aus einem militärischen Umfeld hervorgegangen ist, verstehen wir uns als Brücke: zwischen Herkunft und Zukunft, zwischen bewährter Tradition und zeitgemäßem freimaurerischem Leben. Wir bewahren, was wertvoll ist, und suchen zugleich nach Wegen, es in unserer Zeit mit Leben zu erfüllen.
Unsere Internetpräsenz möchte Ihnen einen Einblick in unser Verständnis der Freimaurerei geben. Sie richtet sich an Suchende, an Interessierte, an Brüder und an alle, die sich von den Fragen des Lebens berühren lassen. Vielleicht finden Sie hier keine fertigen Antworten. Vielleicht aber begegnet Ihnen ein Gedanke, eine Frage oder ein Bild, das Sie auf Ihrem eigenen Weg begleitet.
Dann hätte diese Seite ihren Zweck erfüllt.
In diesem Sinne heiße ich Sie herzlich willkommen.
Der Meister vom Stuhl