Drei Säulen, auf denen eine lebendige Bauhütte gründet

Eine lebendige, harmonische und ideenverbundene Gemeinschaft von gleichgesinnten Brüdern einer Bauhütte vertraut auf drei entscheidende Säulen: Geschichte, Philosophie und – rituelle und profane – Praxis.

Wird einer dieser Bereiche vernachlässig oder gänzlich ignoriert, gerät das Gleichgewicht der Gemeinschaft ins Wanken. Wird nur auf das Ritual als gemeinschaftsbildende Maßnahme fokussiert, implodiert die Loge irgendwann – auch wenn Uniformen und Dienst-Grade stetig bunter und spektakulärer in Erscheinung treten.

Schlagseite durch Einseitigkeit

Manch eine Freimaurerloge konzentriert sich stark auf Tempelarbeiten und verpasst doch den Sinn von Ritualen.

Andere vertiefen sich in Vorträge und Diskussionen, bleiben im Tun passiv und verlieren den Bezug zur Realität außerhalb ihres Elfenbeinturms.

Wieder andere klammern sich stolz an die Geschichte und beweihräuchern die historische Bedeutung ihres Matrikel als Teil einer immerwährenden Inventarnummer.

Geschichte versinnbildlicht Wurzeln

Sie verbindet uns mit dem Erbe unserer Vorväter, an den Auftrag den Tempelbau fortzusetzen und mahnen uns nie aus den Augen zu verlieren, dass wir ein Teil von etwas viel Größerem sind.

Doch ohne Bewusstsein des geistigen Fundaments – der Philosophie unserer Gemeinschaft – verlieren sich Brüder in nostalgischem Geschwafel: wöchentliche Museumsbesuche in der Bauhütte vor Ort. 

Philosophie verleiht Tiefe

Sie verleitet uns, sich mit den entscheidenden Fragen des Lebens, mit dem moralischen Handeln und mit dem Sinns des Lebens auseinanderzusetzen. Gespräche über Philosophie sind das intellektuelle Fundament der Freimaurerei und für jeden Bruder Anleitung und Inspiration an seinem unbehauenen Stein zu arbeiten. Philosophie ohne Geschichtsbewusstsein wabert frei schwebend als Gedankenblase im leeren Raum. Philosophie ohne Praxisbezug entwickelt keine Wirkung.

Bewährung in der Praxis

In der Praxis – und nur dort – beweist sich der Bruder als Freimaurer. Ohne Philosophie ist das Handeln des Freimaurers nur gängiger Alltag ohne seinem Auftrag als Freimaurer gerecht zu werden. Ohne Bezug zur Geschichte folgt der Freimaurer nur dem Zeitgeist.

Eine authentische Bauhütte von Freimaurern vereint alle drei Verpflichtungen.

  • Sie erinnert sich an ihre Vergangenheit, erforscht den Zweck ihrer Traditionen und (be-)lebt ihre Lehren. 
  • Das Ritual wird zur inneren Bereicherung abseits monotonem Ablesens. 
  • Die Logentreffen der Brüder sind mehr als die Einträge im Anwesenheitsbuch oder einer lobenden Erwähnung im Protokoll.

Gemeinschaftliches Wirken 

Dieses Gleichgewicht einzustellen, zu erhalten und stets neu zu justieren ist nicht nur Verpflichtung der bestellten  Logenbeamten während abgeschiedenen Treffen, sondern Aufgabe jedes einzelnen Freimaurerbruders in allen Graden.

Jeder individuelle Beitrag verbindet sich zu einem Gefüge aus Ideen und schafft einen harmonischen Dreiklang aus Geschichte, Philosophie und Praxis unter den Brüdern ihrer Bauhütte.

Kürzlich angenommene Brüder, besuchende Brüder oder sogar Gäste können dies spüren und es gereicht jeder Bauhütte zur Ehre, darauf angesprochen zu werden. 

Inspiriert aus den Diskussionen und Veröffentlichungen in Masonic Sparks

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