
Harland D. Sanders –
der Freimaurer hinter Colonel Sanders
Wer kennt ihn nicht – den freundlichen älteren Herrn mit weißem Anzug, schwarzer Schleife und charakteristischem Ziegenbart: Colonel Harland David Sanders, Gründer von Kentucky Fried Chicken. Weit weniger bekannt ist, dass Sanders auch ein Bruder der Freimaurerei war.
Harland Sanders wurde am 9. September 1890 in Henryville, Indiana, geboren. Sein Lebensweg war alles andere als geradlinig. Er arbeitete unter anderem bei der Eisenbahn, betrieb eine Fähre, war Versicherungsvertreter und führte später eine Tankstelle in Corbin, Kentucky. Dort begann er in den 1930er-Jahren, Reisenden Hähnchengerichte anzubieten – zunächst in bescheidenem Rahmen, bevor daraus eines der bekanntesten Gastronomieunternehmen der Welt entstand.
Sein Weg in die Freimaurerei
Sanders wurde am 6. April 1917 in Henryville Lodge No. 651 in Henryville, Indiana, in die Freimaurerei aufgenommen. Nach den vorliegenden Mitgliederunterlagen erhielt er dort 1919 den Gesellen- und den Meistergrad. Die freimaurerische Quellenlage führt außerdem eine Unterstützung durch Clark Lodge No. 40 bei seiner Beförderung bzw. Erhebung an.
Viele Jahre später, am 27. Oktober 1953, schloss sich Sanders der Hugh Harris Lodge No. 938 in Corbin, Kentucky, an. Dort blieb er bis zu seinem Austritt am 13. April 1976 Mitglied.
Darüber hinaus war Sanders Mitglied des Schottischen Ritus und erreichte dort den 33. Grad. In seiner 1974 erschienenen Autobiografie erwähnt er selbst seine Aufnahme in den 33. Grad des Schottischen Ritus in Washington, D.C. Außerdem gehörte er dem Oleika Shrine in Lexington, Kentucky, an.
Vom Tankstellenkoch zum Weltunternehmen
Der wirtschaftliche Durchbruch kam vergleichsweise spät. Sanders entwickelte sein Verfahren zur Zubereitung von Brathähnchen weiter und begann 1952, sein Konzept zu franchisieren. 1964 verkaufte er sein Unternehmen, blieb aber weiterhin das Gesicht und der Botschafter von Kentucky Fried Chicken. Bis zu seinem Tod 1980 war er regelmäßig für das Unternehmen unterwegs und wurde durch seine unverwechselbare Erscheinung zu einer amerikanischen Werbeikone.
Interessant ist auch seine Verbindung zu einem weiteren bekannten Namen der amerikanischen Gastronomie: Dave Thomas, der spätere Gründer von Wendy’s, arbeitete in den 1950er-Jahren mit Sanders zusammen und war ebenfalls Freimaurer. In freimaurerischen Darstellungen wird Sanders als Mentor von Thomas bezeichnet.
Freimaurerei und soziales Engagement
Sanders war nicht nur Geschäftsmann. Sein Name ist auch mit umfangreichem philanthropischem Engagement verbunden. Nach seinem Tod setzte seine Stiftung die Unterstützung insbesondere von Einrichtungen für Kinder und Familien fort. Ein Bereich des Mississauga Hospital in Kanada wurde zu seinen Ehren Colonel Harland Sanders Family Care Centre genannt.
Auch sein Grabstein erinnert an seine freimaurerische Zugehörigkeit: Neben dem Winkelmaß und Zirkel finden sich dort Symbole des Scottish Rite und der Shriners.
Ein ungewöhnlicher Bruder
Harland Sanders zeigt damit eine interessante Verbindung von Unternehmergeist, persönlichem Durchhaltevermögen und freimaurerischem Leben. Seine freimaurerische Laufbahn begann lange bevor der Name „Kentucky Fried Chicken“ weltbekannt wurde.
Darin liegt eine interessante Seite seiner Biografie: Hinter der berühmten Werbefigur „Colonel Sanders“ stand nicht nur ein erfolgreicher Unternehmer, sondern auch Bruder Harland D. Sanders, der über Jahrzehnte der Freimaurerei verbunden blieb.