
Qualitätssicherung – Selbsterkenntnis und Selbsterziehung auf dem Prüfstand
„Der einzige Mann, der wirklich nicht ohne Frauen leben kann, ist der Frauenarzt.“
Arthur Schopenhauer
Schopenhauer irrte. Denn es gibt noch eine weitere Gruppe von Männern, die partout nicht ohne Frauen leben kann: die Freimaurer.
Nicht, weil Frauen im Tempel sitzen – das ist je nach Obödienz ohnehin unterschiedlich geregelt. Sondern weil ohne Frauen das gesamte freimaurerische Schauspiel in sich zusammenfallen würde.
Wer würde sonst geduldig zuhören, wenn nach der Loge stundenlang über Winkelmaß, Zirkel und den rauen Stein philosophiert wird? Wer würde anerkennend nicken, wenn der Bruder feierlich verkündet, er arbeite seit dreißig Jahren an seiner Selbsterkenntnis – und trotzdem immer noch nicht weiß, wo die Kaffeetassen hingehören?
Und Hand aufs Herz: Wer erinnert den „Suchenden nach dem Licht“ daran, dass heute Hochzeitstag ist?
Der Freimaurer spricht von Humanität, Weisheit und Brüderlichkeit. Zu Hause lernt er dann die höchste aller Tugenden: Rechtzeitig den Müll rauszubringen. Das ist gelebte Charakterbildung – ganz ohne Ritual.
Ohne Frauen gäbe es auch niemanden, der auf die geheimnisvolle Ankündigung „Heute ist ein wichtiger Logenabend“ trocken antwortet: „Schön. Bring auf dem Rückweg bitte noch Milch mit.“ Mit einem einzigen Satz wird aus dem ehrwürdigen Meister vom Stuhl wieder ein ganz gewöhnlicher Ehemann.
Und vielleicht liegt genau darin die eigentliche Lehre. Die Loge mag den Menschen veredeln. Aber erst die Frau zu Hause überprüft täglich, ob diese Veredelung auch praxistauglich ist.
Deshalb müsste Schopenhauers Satz heute eigentlich lauten:
Der einzige Männerbund, der wirklich nicht ohne Frauen leben kann, ist die Freimaurerei. Denn sie liefert die Ideale – aber die Frauen übernehmen die Qualitätskontrolle.